Zwischen Alija und Flucht. Jüdische Jugendbünde und zionistische Erziehung unter dem NS-Regime und im vorstaatlichen Israel 1933–1945
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Jehuda Shertok (mit Schnurbart); Seew Orbach (Mitte, weißes Hemd), Enzo Sereni (mit Brille)

Gesandte (Schlichim)

Die Bedeutung der Schlichim (Sing.: Schaliach) für die Motivation der Jugendlichen in den Jugendbünden, deren Einwanderung nach Palästina und die Einordnung in den Kibbuz ist bislang nur unzureichend erforscht. Schlichim, die (fast) alle Aktivisten der Kibbuzbewegung und der jüdischen Arbeitergewerkschaft Histadrut waren, haben in den jüdischen Jugendbünden Deutschlands aber Spuren hinterlassen. Einige blieben als Funktionäre in Erinnerung, während andere als nahbar und eindrücklich erinnert wurden.

Für Jochewed Bat Rachel Tarshish, die von 1936 bis 1938 als Gesandte nach Deutschland kam, war es – wie sich ihre Tochter erinnerte – die wichtigste Mission ihres Lebens. In Berlin war sie mitverantwortlich für den Aufbau der Mittleren-Hachschara (MiHa). Dabei handelte es sich um ein Projekt schulischer Ausbildung und beruflicher Vorbereitung für Jugendliche, die gezwungen wurden die deutschen Schulen frühzeitig zu verlassen. Frauen als Gesandte blieben zwar immer unterrepräsentiert, doch zeigt gerade das Beispiel von Jochewed Bat Rachel, die von den Jugendlichen geliebt und verehrt wurde, wie wichtig persönliche Nähe und Integrität für die Jugendlichen war.
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Auf den Arie Packs Fotografien aus Wendershausen sind einige Schlichim im Zentrum der Aktivitäten erkennbar.
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Jehuda Shertok (mit Schnurbart); Seew Orbach (Mitte, weißes Hemd), Enzo Sereni (mit Brille)

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Jehuda Shertok, 1931, in Berlin im Kreise seiner Familie.
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​Jehuda Shertok (später Sharet; 1901–1979) wurde in der Ukraine geboren. 1906 ging seine Familie nach Palästina. Ab Anfang der 1930er Jahre studierte er in Berlin beim Musikpädagogen Fritz Jöde, der eng mit der Jugendmusikbewegung verbunden war, insbesondere die Theorie und Praxis des gemeinschaftlichen Singens. Zeitgleich wirkte er als Gesandter der Kibbuzbewegung im Jugendbund und Hechaluz. In Palästina und später Israel war er als Chorleiter und Journalist tätig. Jehudas Bruder, Moshe Sharet, war in den 1950er Jahren israelischer Außenminister und von 1953 bis 1955 zweiter Ministerpräsident Israels.

Jehuda Sharet (Shertok) schrieb 1962 an Fritz Jöde:
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„Trotz der langen Zeit, seit ich in Ihrem Seminar unter ihnen studieren durfte, ist mir diese Periode noch immer lebendig in Erinnerung. Bis heute bin ich dankbar für das Wissen um das Sie und Ihre damaligen Kollegen mich bereichert haben.“
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Jehudas Sharet (Tel Aviv) an Fritz Jöde, 30. Oktober 1962, in: Archiv der deutschen Jugendbewegung, A 228 Nr. 1385.
Vermutlich war ihm die ambivalente Haltung Fritz Jödes zum Nationalsozialismus nicht bekannt.
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Enzo Sereni (links); Seew Orbach (rechts)
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​Enzo Sereni (1905–1944) wurde in Italien geboren, 1927 wanderte er nach Palästina aus und gehörte 1930 zu den Mitbegründern des Kibbuz Givat Brenner. 1931 wurde er erstmals als Schaliach der Kibbuzbewegung nach Deutschland entsandt, wo er – mit einer halbjährigen Unterbrechung – bis Herbst 1934 blieb. Besonders in der Periode nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, als die zionistische Jugendbewegung an Bedeutung gewann und großen Zulauf bekam, war er einer der wichtigen Organisatoren in Jugendbewegung und Hechaluz. Nach seiner Rückkehr nach Palästina folgten weitere Missionen in die USA und in den Irak. 1944 sprang er mit Hilfe des britischen Geheimdienstes in Norditalien mit dem Fallschirm ab, wurde er von den Deutschen gefasst und ins KZ Dachau gebracht. Enzo Sereni wurde er am 18. November 1944 im KZ Dachau ermordet.
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Briefmarke Sereni
​Literatur:
Ruth Bondy: The Emissary. A Life of Enzo Sereni, London 1978
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Polnischer Pass von Wolfgang Seew Orbach (Privatarchiv)

​Wolfgang Seew Orbach (1909–1936) als Kind einer „ostjüdischen“ Familie in Offenbach geboren und wuchs in Eisenach auf. 1924 wurde er Mitglied im Jungjüdischen Wanderbund (JJWB) und absolvierte seine Hachschara als Schafhirte im Chaluzzentrum Hameln, wo er zu den Gründern und Aktivisten des „Kibbuz Cherut“ gehörte. Nach seiner Alija 1932 schloss er sich dem Kibbuz Givat Brenner an. Eine Zeit lang war er als Leiter der „Deutschen Abteilung“ des Kibbuzverbandes Hameuchad für die Eingliederung deutscher Chaluzim in den Kibbuz verantwortlich. Die Kibbuzbewegung entsandte ihn mehrmals nach Europa, darunter auch nach Deutschland. 1936 erkrankte er schwer und starb in einem Schweizer Sanatorium.
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Hanna Zurawel (2. von links)
​Hanna (auch Anne) Zurawel (1911–1998) stammte aus einer „ostjüdischen Familie und wuchs in Leipzig auf. Sie war aktiv in der Führer*innenschaft des JJWB/Brith Haolim, absolvierte ihre Hachschara in Nürnberg und ging 1932 auf Alija. In Palästina schloss sie sich dem Kibbuz Naan(e) an, wo auch Arie Pack lebte. Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde sie 1939 von der Kibbuzbewegung auf eine Mission nach Warschau und in den sowjetisch besetzten Osten Polens geschickt. Danach lebt sie wieder im Kibbuz Na´an.
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Zertifikat des Palästina-Amtes Berlin 1932 (Zurawel collection - Kibbutz Na‘ an Archive - Israel)

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DFG-Forschungsprojekt: „Zwischen Alija und Flucht. Jüdische Jugendbünde und zionistische Erziehung unter dem NS-Regime und im vorstaatlichen Israel 1933–1945.“

Projektleitung: Prof. Dr. Ulrike Pilarczyk, +49 (0) 531-391 8807, ulrike.pilarczyk(at)tu-bs.de
Technische Universität Braunschweig | Institut für Erziehungswissenschaft

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